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Verhaltenskorrekturen

Die Beziehung Mensch - Pferd ist nicht so einfach zu definieren, wie es bei Hund und Mensch der Fall ist. Der Hund sieht den Menschen durch die starke soziale Bindung als ein Teil des Rudels an. Das Pferd nimmt den Mensch zwar teilweise auch als Artgenossen, z.B. wenn er es putzt und somit soziale Körperpflege zeigt, aber seltsamerweise darf es den Sozialpartner dann nicht beknabbern.

Von Natur aus ist das Pferd ein Herden - und Fluchttier. Warum verbringt der vermeintliche Sozialpartner Mensch dann  aber nicht jede Minute im Herdenverband? Und warum hindert er das Pferd  an der Flucht oder versucht es sogar anzugreifen, indem er sich wie ein Raubtier auf den Rücken wirft?

Wird der Mensch aber doch als Sozialpartner  akzeptiert, indem er das Vertrauen des Pferdes gewonnen hat, können sich Schwierigkeiten ergeben, die aus Missverständnissen im Bereich der Kommunikation resultieren. Wenn ein Pferd die Führungsrolle innerhalb  der Herde übernehmen möchte, dann werden die Mittel und Wege, wie  schlagen oder beissen, als bösartig interpretiert. Das Pferd agiert aber  nur mit seiner natürlichen "Sprache", wobei das ungleiche  Kräfteverhältnis eine grosse Gefahr bedeutet. Der Mensch muss Kenntnis  von der Körpersprache des Pferdes besitzen und sich dem Pferd  verständlich machen können.

Der Umgang mit dem Pferd erfordert es, Vertrauen zu ihm aufzubauen und dieses zu erhalten. Das Pferd muss sich so sicher  fühlen, dass es sich vom Herdenführer Mensch leiten und sich, basierend  auf einer Vertrauensbasis, gegebenenfalls sogar an der Flucht gewaltlos hindern lässt. Der Weg zum Herdenoberhaupt muss durch Vertrauen, Sicherheit und Konsequenz aufgebaut werden.

Artgerechte Haltung, so weit wie möglich, fördert ein ausgelastetes, ausgeglichenes und zufriedenes Pferd und somit auch eine harmonische Beziehung von Mensch und Pferd. Der Mensch sollte stets bemüht sein die Haltungsbedingungen so optimal wie möglich zu gestalten. Viele unerwünschte Verhaltensweisen resultieren aus Bewegungs- und Beschäftigungsmangel, aus dem Fehlen von Sozialpartnern u.s.w.

Pferdetraining unterstützt Sie gerne dabei,  Probleme mit Ihrem Pferd zu vermeiden oder zu lassen.

Ein Beratungsgespräch vor Ort bei Ihrem Pferd wird vereinbart, um das Pferd und seine Verhaltensweisen unter den gegebenen Haltungsbedingungen beobachten zu können. Gegebenenfalls wird ein Termin zum Training vereinbart.

Dem Pferdebesitzer sollte bewusst sein, dass
- er aktiv und konsequent mitarbeiten muss
- sich eine Korrektur in manchen Fällen über einen langen Zeitraum erstrecken kann
- die Verhaltenskorrektur viel Geduld erfordert
- nicht alle Probleme können vollständig gelöst werden.